Berlin ist immer noch eine Reise wert

 

Ein Bericht von der Internationalen Deutschen Jüngstenmeisterschaft der Teeny Jolle - IDJüM 2004

von Hermann Hilke

 

Fast 70 Mannschaften hatten gemeldet, als am Sonntag, d. 1.8.2004 gegen 13 Uhr die 11. Deutsche Jüngsten- Meisterschaft in der Teeny-Klasse eröffnet wurde. Bei sommerlichen Temperaturen sorgte die Rhythmusgruppe Ketewa gleich zu Beginn für eine ausgelassene Stimmung in dem festlich geschmückten Kuppelzelt. Die beiden ausrichtenden Vereine, der Yacht Club Müggelsee und der Klub am Rupenhorn, beide an der Unterhavel beheimatet, hatten sich in monatelangen Vorbereitungen mit Engagement und großem persönlichen Einsatz vieler Vereinsmitglieder auf dieses Ereignis vorbereitet. Für die angereisten Seglerinnen und Segler, sowie deren Eltern, Betreuer und Trainer waren ideale Bedingungen geschaffen worden, die einen reibungslosen Verlauf der Meisterschaft garantieren sollten.

Doch als das Practice Race um 15 Uhr gestartet wurde, konnte schon das große Problem, unter dem nicht nur diese Deutsche Meisterschaft an den folgenden Tagen leiden sollte, erahnt werden. Es gab keinen Wind.

Eine Hochdrucklage über ganz Deutschland, Isobarenabstände von einigen hundert Kilometern bei nur geringen Druckdifferenzen bescherten der Veranstaltung während der ersten drei Tage Flautensegeln. Nur lokale thermische Winde mit vielen Drehern, Böen und Flautenmomenten konnten genutzt werden, um an drei Tagen wenigstens zwei gewertete Wettfahrten abzuschließen. Schnell machten Unmutsäußerungen die Runde. Es seien Verhältnisse, wie beim Würfeln oder Topfschlagen, so äußerten sich einige Segler ungehalten. Der Wettfahrtleiter Dieter Müller-Späth war an diesen Tagen mit Abstand die am wenigsten beneidete Person.

 

Schnell hätte sich diese ungünstige Wettersituation, für die sich jeder im Ausrichterteam fast verantwortlich fühlte, auch auf die Atmosphäre der Gesamtveranstaltung auswirken können - wäre da nicht noch das Landprogramm gewesen.

Genauso perfekt, wie die Mitarbeiter um Lothar Loehrke auf der Insel Lindwerder den sportlichen Ablauf geplant und organisiert hatten, genauso perfekt hatten die Helfer um Frank Lüneberg im Klub am Rupenhorn das abwechslungsreiche Rahmenprogramm vorbereitet. Nicht nur die tägliche Tombola am Abend, sondern auch die Disco oder der Besuch im Reichstagsgebäude begeisterte. Der Auftritt des Zauberers Engel ließ selbst Erwachsene wieder staunen und der Jongleur Victor Rempening führte nicht nur vor, sondern animierte alle Anwesenden zum eigenen Handeln.

Bei Lagerfeuer mit Stockbrot verbreitete ein Dudelsackspieler und das Max Mc Colgan Trio am schottisch-irischen Abend eine tolle Stimmung. Das Rahmenprogramm ließ stets das unerfreuliche, wetterbedingte Tagesgeschehen schnell vergessen.

So wie an diesen Tagen die schlechte Laune, so kapitulierte schließlich auch das Wetter und brachte den Aktiven endlich am 4. Wettfahrttag die ersehnten Windverhältnisse.

Die Verantwortlichen nutzten die Gunst der Stunde und ließen vier Wettfahrten durchführen. An diesem Tag kamen die Kinder zwar geschafft, aber entsprechend den eigenen Leistungen mehr oder weniger zufrieden vom Wasser. Der letzte Tag der Meisterschaft sollte dann noch einmal alles in den Schatten stellen. Bei Kaiserwetter wurden die letzten beiden Wettfahrten gesegelt, so dass zwei Streicher möglich waren. Das half dem einen oder anderen Team und ließ einzelne Ausrutscher vergessen. Bevor am Abend die Schlussveranstaltung beginnen konnte, spürte man unter den beteiligten Seglern so etwas wie Wehmut, als sie nach den Wettfahrten ihre Boote abbauten und  verluden.
Im Beisein lokaler und seglerischer Prominenz, wie Felix Krabbe, Teilnehmer bei den olympischen Spielen in Athen, Herrn Becker vom Berliner Segler Verband und Herrn Frank Tusche, Ehrenvorsitzenden der Teeny-KV, fand schließlich die verdiente Ehrung der erfolgreichen Segler statt.
Herausragende Sieger mit sechs gewerteten ersten Plätzen waren die Geschwister Sophia und Ruprecht Diesch vom Württembergischen Yacht Club, die damit auch gleichzeitig U-14 Meister wurden. Ihnen folgten auf dem zweiten Platz Thure Gnadenberg/ Ruben Menke von der Baltischen Segler Vereinigung und auf dem dritten Platz Christian Hoffmann/ Leon Dutz vom Schweriner Segler Verein.
Nach Abschluss der Siegerehrung rundete eine Disco, die sich bis spät in den Abend hineinzog, die gelungene Meisterschaftsveranstaltung ab. Allen Mitwirkenden, die diese Woche zu einem großartigen Ereignis haben werden lassen, sei an dieser Stelle noch einmal von Herzen gedankt.
Die Gewinner dieser Veranstaltung waren alle Teilnehmer. Möglicherweise konnte auch bei Außenstehenden ein Interesse an dieser Sportart geweckt werden.

Schön, dass jeder im nächsten Jahr wieder eine neue Chance hat, dabei zu sein. Ausrichter der Deutschen Jüngstenmeisterschaft im Teeny 2005 ist der Württembergischen Yacht Club in Friedrichshafen am Bodensee.

 

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